Vita

Hauke von Grimm

Mensch 42 Jahre

nicht von schlechten Eltern

Gesund und guter Dinge

Lebt von der Hand in den Mund

Nicht geschieden Keine 2 Kinder

Keinen Hund namens Jack

Im Prinzip Heterosexuell

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

Geschichtenerzähler

Oder:

Hauke von Grimm, wird im Jahr 1971 als 3. Sohn einer Polizeibeamtin und eines Biologielehrers in Sermuth an der Zwickauer Mulde geboren. Die Nähe zu Gewässern bezeichnet er bis heute als prägend. Er besucht die polytechnische Oberschule Bruno Apitz in Colditz bis zur 5. Klasse und wechselt dann zum Gymnasium nach Grimma. Während seiner Schulzeit ist er Agitator und Wandzeitungsredakteur, in der Klassenstufe 6 und 11 zusätzlich stellvertretender Gruppenratsvorsitzender. Seine Kopfnoten sind durchgehend ausgezeichnet, wohingegen seine Sportzensuren zu wünschen übrig lassen. Nach der Schule erlernt er den Beruf eines Drehers und Metallbearbeiters in der MAG Grimma und besucht dann die Universität in Karl Marx Stadt um Philosophie und Politik zu studieren. Seine militärische Karriere bestreitet er bei den Seestreitkräften als Obermaat der NVA. Er wechselt 1988 zum Studium an die Fakultät für Ingenieurwissenschaften/Bereich Seefahrt in Wismar. Als die Mauer fällt, befindet er sich auf der MS „Marlen“ 150 Seemeilen vor Havanna. In den Wirren der Wende entscheidet er sich gegen ein Kapitänspatent, was er noch heute bereut. Seine Schriftstellerkarriere beginnt er schon 1979 in der AG Gedichte. Er ist zu dieser Zeit sehr aktiv in der Gruppe der dichtenden Pioniere und später der Schreibenden der FDJ an der Universität in KM-Stadt und gründete den Lesezirkel Ernesto Che Guevara. Viele Gedichte entstehen während seiner Zeit auf See. Er selbst sagt in einem Interview für die Zeitung „Trommel“, dass das Meer ihn geprägt und seine maritime Phase eingeleitet habe, die bis heute noch nicht als beendet zu betrachten ist. Seine Seetaufe erhält er 1991 am Kap Horn und 1993 am Kap der Guten Hoffnung. 1995 kehrt er beruflich dem Meer den Rücken zu, aber sein Herz gehört auf ewig dem Ozean. Er strandet in Leipzig, wo er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Er selbst behauptet, dass die Ruhelosigkeit der See noch immer in ihm ist und sich in seinem Schaffen ausdrückt.
Seine Texte beziehen sich weitestgehend auf diese Unstetigkeit und auf die Verlorenheit im Geistigen, wie auch in der Verwurzlung an einem festen Ort. Er selbst vermeidet nach eigenen Angaben seit 1987 jeden Kontakt mit seiner Familie. Hauke von Grimms Texte thematisieren gesellschaftliche, religiöse und politische Probleme und greifen auch Ereignisse aus der jüngeren und früheren Geschichte auf. Stets betont er, dass sein literarisches Schaffen nicht als autobiographisch zu verstehen sei. Eine geheime Leidenschaft von ihm ist es, Bierdeckel und Streichholzschachteln aus aller Welt zu sammeln. Ihm ist es ein Bedürfnis Brieffreundschaften zu anderen und von ihm geschätzten Literaten aufrecht zu halten. Sein Erstwerk, den Erzählband „Fracht“, verlegt er 2009 im Verlag Edition Paperone. Davor veröffentlich er in mehreren Anthologien und zeigt sich als Hauptverantwortlicher der RevierKöterBände. Seit 2001 betreibt er verschiedene Literaturveranstaltungen und Lesebühnen. Unter anderem den KunstStoffKlub, die Lesebühne Kosmonaut, die Lesebühnen West und die Lesebühnen Schkeuditzer Kreuz.